Die Sache mit der Maus

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Nun ergab sich Folgendes: Im Vorjahr hatte mein Vater davon berichtet, wie viele Mäuse sich in den Futterstellen des Waldes herumtreiben würden. Die Älteste – völlig entbrannt in ihrer großen Zuneigung zum lieben Vieh – flehte und bettelte: Mami, wenn ich einmal eine Maus fange, darf ich sie behalten? Ja! Bitte! Bitte! Unbedingt!

Welche Mutter könnte diesen Wunsch denn bitte abschlagen? Also wirklich? Wie groß ist denn die Chance, dass das Kind sich ernsthaft mit dem Großvater in den Wald begibt, um dort auf Mausejagd zu gehen? Und selbst wenn – wie groß wären die Chancen erstens einer Maus zu begegnen und zweitens diese dann auch noch zu fangen?

Monatelang die gleiche Frage, monatelang die gleiche Antwort! Ja selbstverständlich, Süße! WENN du eine Maus fängst, darfst du sie behalten!

Und patsch!! Jetzt bitte dreimal raten, was passiert ist…

In der letzten Sommerferienwoche ist dann tatsächlich das Unfassbare geschehen. Todesmutig und unter vollem Körpereinsatz stürzte sich das Kind in einen Ringkampf mit der Nachbarskatze und zog dem entsetzten Tier eine noch viel entsetztere Feldmaus aus dem Maul…

Völlige Auflösung!!! Sie hat eine Maus! Sie hat mit der Katze gekämpft! Sie hat ordentlich Kralle kassiert! Sie war supermutig! Sie hat die Babymaus gerettet! Gemeine Katze! So ein Glück! Alles in Aufruhr!! Und dann… die magischen Worte: Mami, Mami, du hast gesagt, ich darf sie behalten!!!!

Und ich? Glück? Dämliche Katze! Warum zum Teufel bringt die mir bitte jetzt die tausendfach versprochene Maus daher? Also, nix gegen Katzen grundsätzlich – abgesehen von meiner Allergie, sind sie mir kein Krall im Auge (haha). Aber in diesem Falle? War das wirklich nötig? Und bitte, haben wir jetzt wirklich eine Maus? Eh schon genug zu tun den ganzen Tag. So weit zur inneren Mum.

Die äußere Mum natürlich… Ja Wahnsinn! Du bist mutig! Das gibt´s doch nicht! (mit versteinertem Lächeln) Ja natürlich, Süße! Was man verspricht muss man halten! (Warum hab ich Depp das getan?) Zeig mal her die Kleine! Jöööö, ist die lieb!

Und dann? Es war wohl das süßeste Mauserl, das ich je gesehen habe. Winziges Fellknäuel mit geschlossenen Augen. Dafür Kinderaugen umso strahlender!

Aber halt kleine Maus, spitze Katzenzähne – naja. Sagen wir mal, ihre Chancen waren nicht die besten. Also Dauerlauf: Zoofachhandlung, Wildtieraufzuchtstation, Tierarzt – alle bereit uns mit guten Tipps auszustatten.

Was soll ich noch sagen? Wir hatten das Vergnügen für fast eine Woche! Die Kinder waren selig! Cookie die Maus lebte in einer ausgepolsterten Frischkäseschachtel (wie passend), gut gewärmt und liebevoll behandelt. Winzig kleine Portionen Katzenaufzuchtmilch (ausgesprochen passend) – schon süß. Alle drei Stunden Fütterung. JA, auch nachts – und JA, diese Freude blieb mir natürlich ganz allein vorbehalten. Ehrlich gesagt, dachte ich nicht, dass ich so schnell wieder die Gelegenheit haben würde um 2 Uhr, 3 Uhr oder 4 Uhr früh ein kleines Baby zu füttern. Naja, alles geht vorbei.

Und so gings auch mit Cookie vorbei – sie hat´s leider nicht geschafft. Wir haben uns verabschiedet und die Feldmaus ursprungsnah im Feld bestattet. Traurig!

Was übrig bleibt: Wunderbare Erinnerungen an ein kleines Lebewesen, die Tatsache, dass auch ein noch so kleines Haustier vielleicht doch aufwendiger ist, als man vermuten würde, die Erkenntnis, dass sich nicht in jeder Frischkäseschachtel ein Mäuschen verbirgt und eine Mama, die ihr Versprechen gehalten hat (trotz müder Augen). Check! Job hopefully well done! 😉