Auf den letzten Drücker – das Kaninchen mit der großen Uhr

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Wer kennt das noch? Abgehetztes Elterntum! Schnaufend angelaufen, die Kinder über die Schulter geworfen, die Tasche nachgezogen, zwei unterschiedliche Schuhe an (jaahaaa, das kommt in den besten Familien vor), die Haare zu Berge stehend… Zu spät zum großen Event, zur Arbeit, zur Urstrumpftante, Schule, Kindergarten, whatever. Und dann folgende um Mitleid heischende Erklärungen: Die Kinder haben sooo getrödelt! Ja, wirklich! Gerade heute! Nicht enden wollende Diskussionen über die Wahl der Außenbekleidung, Jacke an – nein – DOCH, die eine findet das Lieblingsstofftier nicht, die andere hat sich gerade völlig mit Wasser übergossen und muss nochmal umgezogen werden, Mama, warum müssen wir jetzt da hin? Kann ich nicht zu Hause bleiben?

Gut, ja, stimmt! All dies passiert tatsächlich genau so! Immer und immer wieder!

Aber…DAS ist ehrlicherweise in meinem Falle nur die halbe Wahrheit!

Bei mir war seit jeher alles im letzten Moment zu erledigen. Immer schon, mein ganzes Leben lang. Wenn ich nicht grad zu spät komme, bin ich bestimmt diejenige, die beim letzten Glockenschlag reinrennt. Das führt zu peinlichen Momenten bei Hochzeiten, wenn man es gerade so schafft die Braut am Kirchtor zu überholen bzw zu Standing Ovations und Uhrenkontrolle im Zirkeltraining, wenn man einmal vor Beginn der Turnstunde im Fitnesscenter einrauscht.

Die Kinder kann ich  also leider nicht als Ausrede benutzen.

Ich bin Alice im Wunderland, verfolgt vom Kaninchen mit der großen Uhr. Alles immer auf den letzten Drücker. Ich renn und renn, und die Zeit rinnt mir durch die Finger wie bei Dalí. 24h sind immer noch zu wenig. Zu viele Dinge sind noch unterzubringen. Wo ist Harry Potters magische Zeitreiseuhr?

Bitte, aber jetzt nicht falsch denken!

Positiverweise muss ich sagen, dass mir diese Hetzerei gefällt. Im Endspurt renne ich zu Höchstleistungen auf, unendlich kreative Dinge entspringen diesem ganzen Chaos. Und es gibt ein extra schönes Gefühl, wenn man dieses Knäuel an zu erledigenden Dingen aufgelöst hat und Licht am Ende des Tunnels sieht. Kinder hin oder her – diese Rennerei entspringt einzig und allein mir selbst. Sie sind (fast) völlig unschuldig diesbezüglich 🙂

Dennoch: Das Einzige, das Wahre, das unendlich Wichtige, das magische Elixier der Zeitgewinnung, das mir dabei hilft (zumindest in meiner fantastischen Wunderwelt) all dies zu überstehen ist KAFFEE – und davon sehr, sehr viel!!

Ps: An die geliebten Kinder! Es tut mir leid, ich werde mich bemühen, euch in diesen Sog der wahnsinnigen Zeitmaschine eurer Mutter nicht hineinzuziehen. Love!