Geduld ist eine Tugend

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Ja, fein. Die Sache mit der Geduld! Leider besitze ich keinen Funken davon. Ich bin sozusagen völlig geduldsresistent – zumindest was mich selbst betrifft. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber ich bin so ein höher-schneller-weiter-Typ – denk ich zumindest, will ich zumindest sein! Diejenige, die wenn andere normal zu Fuß gehen, völlig hysterisch in winzigen Schritten nebenher trippelt. Langsam kenn ich nicht. Will ich auch nicht kennen. Mein Tag ist immer zu kurz dafür. Ganz viel zu erledigen, zu checken, schnell, schnell… Nix da Oooooommmmm!

Das führt dazu, dass ich wie ein rastloses Duracell-Haserl durch die Gegend zische und ganz nebenbei auch noch alle anderen nervös mache.

Großartig in diesem Zusammenhang mit der Gelassenheit… Minigolf!!! Mein ultimativer Albtraum!! Dieser winzigkleine Ball, dieser dünne Schläger, dieses präzise Geklopfe,… Feinmotorischer Wahnsinn! Wenn es dennoch tatsächlich einmal in ungefähr 100 Jahren zu dem Umstand kommt, dass ich wirklich unbedingt zu diesem Spiel genötigt werden muss – man will ja auch nicht immer der Spielverderber sein -, ist eines ganz sicher: Nach dem dritten zappeligen Versuch den Ball zu treffen, steigt mir das ganze Blut in den Kopf und ich habe das Gefühl, es dringen Rauchschwaden aus meinen Ohren. Wirklich!!! Rauchschwaden – wie im Comic!!! Donald Duck & Rumpelstilzchen in einem!!! John McEnroe und Bud Spencer!!! Stacheldrachen auf höchstem Niveau!! Rambazamba!! Am liebsten würde ich dann mit diesem zierlichen, feinen, dünnen Schläger alles kurz und klein hacken… Mach ich dann natürlich aber nicht! Ein leise schnaubender Abgang muss reichen – zumindest wenn Kinder anwesend sind. Ähnliches Prozedere spielt sich auch zu Schulbeginn ab, wenn ich mich mit der verhassten Schulbuchfolie herumschlagen (oder besser -kleben) darf – dieses Thema werde ich bestimmt noch einmal gesondert behandeln.

Bei anderen hingegen verhält sich die Sache mit meiner Toleranz dann aber ganz anders. Mitunter schaffe ich es, die ein oder andere Rechenaufgabe der Tochter so um die 30 mal zu erklären ohne mit der Wimper zu zucken – das arme Kind kann ja schließlich nichts für diesen mathematischen Wahnsinn. Ganz entspannt (zumindest nach außen hin) lasse ich es auch gerne zu, dass sich die Zweijährige im ärgsten Morgenstress – so um dreiviertel acht, kurz vor Schulbeginn – das Gewand selbst anzieht, inklusive der Schuhe (bei denen achte ich schon beim Kauf darauf, dass sie bitte keine schwierige Schuhbandl-Action benötigen – die kluge Mutter baut ja schließlich vor).

Das einzige, wo ich als Mama mit der Geduld dann ganz schnell wieder am Ende bin, ist, wenn mir das Kind erklärt, es kann etwas nicht, von dem ich ganz genau weiß, dass es dazu fähig ist. Dann ist nach etwa fünfmaligem lieb zureden Schluss – KIND!!!! DU SCHAFFST ALLES, WENN DU ES WILLST!! Ooooh, da kann ich wirklich einen auf Krampus machen. Kennt ihr das? Wenn zum Beispiel das Klavierstück jetzt eine Woche lang wirklich gut gespielt wurde und das Kind momentan keinen Bock hat zu üben, und dann einfach nur deshalb völlig neben die Tasten haut und aus vermeintlich tiefster Seele, total überfordert von der Aufgabe unter Tränen erklärt – Iiiiiich kaahaaaan daaaas niiiihiiiicht! Pfuuuuu! Wirklich! Einmal gaaaaanz tief durchatmen und dann nochmal: Kind, du schaffst alles, wenn du es nur willst! Du bist wie Pipi Langstrumpf! Superstark und superschlau und supermutig!! Du kannst alles alles alles schaffen! Aber du bist jetzt grad im Moment ein fauler Socken! Bitte sag das nächste Mal einfach, dass du gerade keine Lust hast zu üben. Und dann… hilft meist nur ein kurzfristiges Verschieben der Angelegenheit… Für alle Betroffenen das Beste.

Meine liebste Freundin hat mir heute wieder mal ihre eigene große Stärke ans Herz gelegt… Sonni, hab Geduld, hat sie gesagt! Wird schon alles so werden, wie du dir das vorgestellt hast!

Bussl <3

Also… dann mal los…3,2,1… fettes OOOOMMMM!

Ps: Danke Bilderbuch 🙂