Wildsau Dirt Run – Der Gatscherei zweiter Teil

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Es ist vollbracht!! Große Freude!! Die Schweinerei heil überstanden! Erwartungen mehr als erfüllt, Finisher-Medaille errungen! Endlich offiziell bestätigte Wildsau! Nicht, dass ich’s nicht schon vermutet hatte…

Vor der großen Gatscherei noch die große Verkündung: Es wären nicht die beschriebenen 5km zu bezwingen sondern 7,3 km (in Worten: siebenkommadrei Kilometer!!!!) – na super, das auch noch! Und ich wollte doch nur ein bissel im Schlamm wühlen…nur ein bisserl Wildschwein, nur ein bisserl Kletteraffe sein. Quasi einen Tag Spielplatz für Große.

Tja, den Schlamm gab es wirklich zur Genüge – um nicht zu sagen Gatsch ohne Ende!! Wildsaufeeling vom Feinsten! Nachdem die ersten eineinhalb Kilometer dem puren Kletter- und Hindernissvergnügen gewidmet waren (über Kletterwände drüber, unter Jeeps durchrobben, quergespannte Sprossenleitern, Slacklines und Seile überwinden…und am schönsten: eine Rutsche direkt in den Sumpf, die dazu führte, dass wirklich jeder von Kopf bis Fuß eingesaut war), ging es anschließend an den tatsächlichen Lauf. Bergauf und Bergab, steile Hänge rauf und runter durch die Klamm. Nachdem diese aber wirklich ausgesprochen steil waren, ähnelte der Wildsau Dirt Run in der Kategorie Fun eher einem Wandertag für verrückte Erwachsene als einem Rennen. Für mich war es angenehm, dass mein Team jetzt nicht unbedingt einen Rekord aufstellen wollte. Gemeinsam wurde jedes Hindernis bezwungen, in jede Lacke gesprungen, jeder Gatschspritzer am Körper bejubelt und das ein oder andere Foto geschossen. Lachanfälle inklusive!!!

Was die versaute Kleidung betrifft, kann ich nur sagen – ich bin heilfroh, dass ich vorab die Möglichkeit entdeckt und genutzt habe, vor Ort Schuhe auszuborgen. Von dem schönen Orange war am Ende des Tages wirklich nichts mehr zu erkennen. Abgesehen von der Tatsache, dass sich die Trailschuhe gut bewährt haben – mit meinen profillosen Schuhen wäre ich bestimmt nicht weit gekommen. Den Rest meiner Kleidung bearbeitet die Waschmaschine mittlerweile schon im dritten Durchgang.

Im Vergleich zum xcross run in Podersdorf folgende Erkenntnis: Den Wildsau Dirt Run tatsächlich auf Geschwindigkeit zu rennen ist vermutlich mehr für die fortgeschrittenen Läufer, die Spartaner sind nur so an uns vorbeigezogen… Großartig! Wenn du steil bergab hinter dir lautes Getrappel gehört hast, war ein Sprung zur Seite unerlässlich. Und die nachgebrüllte Frage: Welche Runde??? Mitunter kamen dann auch Antworten wie: Nix welche Runde!! Nur steil!!! Hahaha! Rolling Stones in der Hellsklamm!

Ich habe auch viele innige Momente mit Unbekannten durchlebt… aufgefangene Jünglinge, liebevolle Ringkämpfe im Schlamm, gemeinsame Badegänge, und, und, und… hach, es war wunderschön! Aber vermutlich werde ich die meisten von ihnen nicht mehr wieder sehen… bzw. würde ich sie auch nicht mehr erkennen – im unversauten  Zustand, so ganz ohne Gatschpatina. An dieser Stelle: Ihr lieben Wildschweine, die meine Wege auf so besondere Art und Weise im Schweinsgalopp gekreuzt habt, ich danke euch allen! Mein spezieller Dank an dieser Stelle geht an das süße Laufteam, dass mich so spontan in seine Runde aufgenommen hat. Ihr ward toll – vor allem euer selbstloser Einsatz bei sämtlichen Krampfopfern des Rennens wird mir ewig in Erinnerung bleiben! Bussi Bussi & Danke!!

Wildsau Dirt Run…nächstes Jahr wieder? – Ganz bestimmt! Ich bleibe allerdings bei meiner 5+Fun-Kategorie… einmal den verrückten Trail zu sehen reicht mir vollkommen aus… Aber meinen tiefsten Respekt an diejenigen, die es tatsächlich zuwege bringen, sich den irren Höllenweg zwei oder gar vier Mal in Folge um die Ohren zu werfen.

Ps: Mein Siegestanz 🙂