Samstagmorgen acht Uhr. Es ist einer dieser typisch nebligen Herbsttage. Die Kinder schlafen auswärts…Was nun? Was tun? Mit dem ersten Kaffee in der Hand erst mal die News auf dem Handy checken… Weit und breit kein Hindernislauf oder Ähnliches zu entdecken…Und da… auf einmal die Offenbarung… BACKYARD BOXING!

Da war doch was! Einst, im Jahre Schnee. Freunde, die in ihrer Leidenschaft zum Boxen direkt einen kleinen Keller angemietet hatten, um in den alten Gewölben ihre Trainings zu absolvieren. Ein paar Mädels, die bei den enthusiastischen Erzählungen dieser Burschen direkt aufgeschrien hatten „Wir wollen ein Mädelstraining!!!“ und es sogleich in die Tat umgesetzt hatten. Das ist wirklich alles ziemlich lang her… um genau zu sein fast 15 Jahre. Und ich an vorderster Front der quietschenden Mädelsbande. Die Trainings damals waren ein reines Vergnügen und allein der Umstand in anderen Umständen zu sein hat mich damals vom Boxvergnügen abgebracht. Als dann die erste meiner Mäuse auf der Welt war, zog ich auch noch weiter weg und somit ist auch das herrliche Boxtraining im Backyard in noch weitere Ferne gerutscht…

Soweit zum Rückblick und zur Erklärung, was es mit mir und der Boxerei auf sich hat. Mittlerweile haben die Burschen zwei neue, wunderbare Boxklubs aus dem Boden gestampft – nix mehr alte Kellerwände. Alles clean und schön und sehr professionell.

 

Zurück zum heutigen Tag… ihr wisst schon – acht Uhr morgens, nebelig, Kinder raus, … BACKYARD BOXING!!!! Prall gefüllter Trainingsplan – heute zuerst Fitnessyoga, dann Fitnessboxen. Ganz spontan um ein Probetraining angefragt, und voilà – here we go! Leopold von Backyard Vienna, superschnell zurück gerufen. Ja sicher, alles kein Problem, sei einfach kurz vor Stundenbeginn da. Ich, auf einmal hellwach, riesengroße Freude. Einerseits, der alten Zeiten im Keller wegen, andererseits die Neugier, wie denn der neue Klub aussehen würde – vom sportlichen Aspekt her, sowieso megahammer! Schnell schnell, die alten Handschuhe, Bandagen und Boxschuhe rausgekramt und nach 1070 Wien gezischt.

Beim Eingang dann empfängt mich die liebe Anna, die später das Anfängertraining der Fitnessbox-Stunde übernehmen wird. Total herzliche Begrüßung, sie erklärt mir alles und schickt mich huschhusch zur Umkleide und direkt in die Yogastunde. Für alle, die es noch nicht wissen… Wenn man einen Sport wie Boxen betreibt, in dem man ja doch vorwiegend in Schildkrötiger Haltung (wegen der Deckung warad’s) herumhüpft, ist es kein Nachteil zum Ausgleich Yoga zu machen – man will ja schließlich nicht in dauergebückter Haltung durch die Welt kriechen. Ich also, ab zum Yoga. Stunde gut besucht, aber in ausgesprochen angenehmen Umfang. Die paar Mal, die ich bis jetzt Yoga gemacht habe, kann ich an meinen beiden Händen abzählen. Dennoch, ich konnte den Verrenkungen ganz gut folgen, und hatte nach der Stunde das Gefühl ungefähr 10 Zentimeter größer zu sein…

Kurze Pause und dann ging es ans Boxtraining! Endlich! Nach so langer Zeit! Wieder die Bandagen rumwickeln, wieder die Boxhandschuhe anziehen <3 Neugier und Freude steigen bereits ins Unermessliche!! Ric der gemeinsam mit der süßen Anna die Stunde abhält schickt uns erst mal zu den Springschnüren – hach, gute alte Zeiten. Wie lang wir damals unsere Burschen genervt haben, bis wir halbwegs gesittet springen konnten. Hoffentlich geht das heut besser… Na nix da, ich – gewohnt mit schweren Seilen zu springen – hab mich angestellt wie ein Volldepp. Mehrmals gefesselt mit dem eigenen Seil, einmal mit einem anderen Probetrainingkonsumenten zusammengeschnürt! Ich will gar nicht wissen, was sich der Trainer gedacht hat, der Typ hinter mir konnte sich ein Grinsen jedoch nicht verkneifen – es sei ihm von Herzen vergönnt. Ich hab mich wirklich angestellt. Nächstes Mal, eigenes Seil mitnehmen!!

Der Rest der Stunde verlief reibungsfrei…Aufwärmen, Burpees, Liegestütz,… dann die Technikeinheit (Juhuuu, einen Sandsack bearbeiten!!) und zum Schluss noch eine Partie Bauchtraining. Großartig!

Zum Schluss kann ich nur sagen: Das Feuer ist wieder entflammt! Und ich kann es kaum erwarten, mir nächste Woche den zweiten noch wunderbareren Klub anzusehen! Ihr werdet von mir lesen!

Bussi Bussi Sonni