6 Uhr früh. Erste Warnsignale des Babyphones. Ich, noch dick eingemurmelt in meine Decke, überlege noch, wie schnell ich wohl aus meinem Nest raus muss. Erst mal lauschen… Leise trappeln die Kinderfüße durch die Wohnung. Das übliche Rascheln und Wühlen der Mäuse, offenbar sind wichtige Dinge zu tun. Zeichensachen raus, Durchkramen der Legokiste… auf einmal… Stille! Ganz kurz! Nur ein paar Sekunden. Dann auf einmal, magisch gebrüllte Worte… „MAAAAMIIIIIII!!!“ Ich so in Gedanken „Oh no!!! Was ist denn jetzt schon wieder passiert?“ „Komm schneeeeeeell!!!! Daaaa schau mal!!! Beim Fenster!!!!“

Jetzt hat’s gedämmert – Schnee!!! Der erste Wintereinbruch der Saison hat uns erreicht! Püntklichst zum Beginn der Adventzeit!  Wie ein Pfitschipfeil raus aus den Federn. Das ist der Moment des Winters, den ich auf keinen Fall verpassen darf! Ich bin ja nicht so der Freund der kalten Jahreszeit – mir ist das einfach zu viel Eisbärenfeeling. Kälte mit Wind und so – widerlich! Aber dieser Moment, wo die Mäusekinder, völlig überwältigt, total aufgeregt, mit ihren kleinen Füßen trippelnd vor dem Fenster stehen, es kaum erwarten können, runterzustürmen… Wirklich! Große Liebe!! Es gibt kaum etwas Herzerwärmenderes. Selbst wenn Väterchen Frost mir schon längst die abgefrorene Nase geklaut hat.

Also ab, Kinder! Jetzt ganz arg beeilen mit Frühstück und herrichten, je schneller ihr seid, umso schneller kommt ihr in den Schnee. Die schlaue Mutter baut natürlich vor, wenn es sich um einen Schultag handelt. Bei dieser weißen Pracht kann man für einen Schulweg von 5 Minuten auch ganz leicht mal eine halbe Stunde oder mehr brauchen. Wie von Zauberhand löst sich die morgendliche Zeitlupeneinstellung – husch, husch, wird alles erledigt, so schnell kann man gar nicht schauen. Rein in die Schneehosen, runter ins Winterwonderland. Pfu, immer noch eiskalt hier – welch Überraschung! Die Kinder der Nachbarschaft stehen auch schon bereit!

Schneeballschlachten… vor dem Haus, auf der Straße, vor der Schule. Weiße wunderbare Anarchie! Die Bälle fliegen kreuz und quer, die jüngste Schneemaus steht mitten drin und kann ihr Glück nicht fassen. Großartig! Die halbe Stunde vergeht wie im Flug, Kinder äußerlich patschnass in den Einrichtungsstätten abgeliefert. Wunderbar! So kann der Tag wirklich starten!

Dann auf einmal läuft mir ein eiskalter (hahaa) Schauer den Rücken hinunter. Ich, einzigartiges Organisationstalent, hab natürlich noch keine Winterreifen auf meinem Auto!!! AAAAAAH Panik! Muss ich jetzt wirklich öffentlich zur Arbeit fahren? Nein! Bitte nicht! Es ist ja nicht so, als hätte mich der Schnee aus heiterem Himmel getroffen. Nein!! Erst gestern!!! haben wir die Wettervorhersage besprochen. Wintereinbruch wird kommen – jaja eh. Ach, wer weiß! Bestimmt nicht bei uns. Einfach hoffen! Na klar, das hab ich jetzt davon! Immer dieses Aufgeschiebe… Ja, eh, der Winter kommt, das mach ich schon noch. Und jetzt?? AAAAAH!!

„MAAAAMIIIIII!!!!“ Hahaaa! Gott sei Dank hab ich die liebsten Eltern der Welt… Ein kurzer Aufschrei ins Telefon, und ich wurde trockenen Fußes abgeliefert.

Nach Hause bin ich dann aber wohlgemerkt öffentlich gefahren – Strafe muss sein. War eh nur halb so wild 😉

Welcome to Winterwonderland!!

Bussi Bussi S

 

PS Winterreifen sind mittlerweile SCHON montiert! Man glaubt gar nicht, wie schnell das eigentlich gehen kann!

PPS 1000 Bussis für das Gutenmorgentaxi

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